REEcovery Blog

Wir zeigen dir hier regelmäßig den Projektfortschritt, du kannst das Team hinter dem Projekt kennenlernen und „behind the scenes“-Einblicke in unseren Laboralltag gewinnen. Wenn dir irgendwas unklar ist, schau doch mal in unsere Wissenschaft-dahinter-Sektion, oder schreib uns einfach eine Mail mit deiner Frage. Alternativ kannst du uns auch auf Instagram folgen und uns dort kontaktieren.

Januar 2026

Die ersten Bodenanalysen sind fertig…

Balkendiagramm der SEE-Konzentrationen einer Campus-Bodenprobe
Für eine Bodenprobe vom Unicampus wurden die Konzentrationen an Seltenerdelementen in mg/kg gemessen. Man erkennt, dass Cerium das am meisten vertretene Seltenerdelement ist. Die Zahl neben dem Elementnamen spezifiziert das gemessene Isotop.

Exemplarische Daten von Bodenproben vom HHU-Campus (siehe Foto) wurden von Prof. Daumann am Neujahrsempfang 2026 der HHU vorgestellt.

Wir analysieren derzeit alle Böden und freuen uns darauf, die Ergebnisse zusammenzuführen! Weitere Updates zu euren Proben folgen.

Oktober 2025

LCOY

Sharepic zur LCOY-Klimakonferenz

Wir sind auf der LCOY, Europas größter Klimakonferenz für junge Menschen!

Im Workshop am 18.10.2025 um 16:00 Uhr in Lüneburg diskutieren wir die Bedeutung der Seltenerdelemente für unsere heutige Zeit, Nachhaltigkeitsbedenken sowie die bestehende Abbauproblematik und geopolitische Implikationen.

Das komplette Programm der LCOY25 findet ihr unter lcoy.de.

August 2025

Zu Besuch bei den Pfadfindern

Projektvorstellung im Pfadfinder-Zeltlager

Wir haben die DPSG-Pfadfinder im Zeltlager im Brexbachtal besucht und haben den Altersklassen der Wölflinge, Falken und Pinguine das Projekt vorgestellt – direkt unter freiem Himmel und im Küchenzelt. Egal ob 8 oder 18 Jahre alt, die Möglichkeit zur Projektteilnahme stieß ringsum auf großes Interesse. Hoffentlich können wir sowas nochmal machen.

Juli 2025

Outreach-Event im Lilo

Outreach-Event im Café Lilo

@meet_a_scientist und @daslilo.cafebar haben ein Event für alle Wissenschaftsbegeisterten inklusive Experimentierspaß für Kinder organisiert, und wir waren auch dabei! Proben-Kits zum Mitmachen wurden verteilt, und das Lilocafé ist ab jetzt auch ein offizieller Dropoff-Point!

Mai / Juni 2025

Testlauf mit Studierenden

Studierende beim Probenworkflow im Praktikum

Im Rahmen eines Chemiepraktikums haben wir den kompletten Workflow von Probennahme zu Analyse der in den Proben enthaltenen DNA und der Elemente an drei Nachmittagen durchgeführt. Das hat viel Spaß gemacht – ein erfolgreicher Testlauf! Jetzt fangen wir an, die Kits zu verteilen, und Ende Mai stehen dann schon die ersten Schulbesuche an.

April 2025

Erste Kits werden gepackt

Sortierte Kit-Bestandteile auf einem Tisch
Vor dem Packen haben wir die Barcodes, Spritzen, Probenbehälter und Beutel auf dem Tisch sortiert ausgelegt.

Nächste Woche händigen wir die ersten 15 Kits an Studierende an der Uni aus. Deshalb haben Kora und Sophie ein Packvideo im Zeitraffer gedreht (Reel auf Instagram) – auf den Bildern siehst du, wie sie alle Inhalte der Probenkits auf einem Tisch sortiert aufgereiht haben, sodass im Video nur noch die Beutel mit Barcodes beklebt und befüllt werden mussten.

Das finale Probendesign haben diese Kits übrigens noch nicht, denn der Flyer und die QR-Codes zum Fragebogen fehlen noch.

April 2025

Elementanalyse mit ICP-OES

Unvollständig gelöste Bodenprobe mit Rückständen
Bodenproben lösen sich nicht vollständig und Rückstände bleiben zurück: 250 mg Montana Reference Soil mit Aqua-Regia-Aufschluss.

Letzte Woche haben wir uns wieder an der Elementanalyse mit ICP-OES versucht. Um den Gehalt der Seltenerdelemente im Boden genau zu bestimmen, benutzen wir nun die zehnfache Menge an Bodenprobe. Nach unserem letzten Eintrag stellten wir fest, dass die Ergebnisse zwischen Replikaten derselben Probe bei geringen Mengen nicht vergleichbar sind. Das stellt uns vor ein neues Problem: 250 mg lassen sich nicht vollständig aufschließen. Wir werden weiter experimentieren, um das Problem zu lösen!

März 2025

Elementanalyse mit ICP-OES

Pipettieren und Verdünnen der angesäuerten Proben
Kora pipettiert die angesäuerten Proben und verdünnt sie anschließend auf 2 % Salpetersäure für die Messung.

Um zu sehen, welche Seltenerdelemente in der Bodenprobe vorkommen, bedienen wir uns der ICP-OES-Methode – das steht für „Induktiv gekoppeltes Plasma – Optische Emissionsspektrometrie“. Diese Technik beruht auf der Eigenschaft von Atomen, bei Anregung durch eine Energiequelle in einen höheren energetischen Zustand versetzt zu werden und beim Abfallen in den Ursprungszustand Licht zu emittieren. Die Energiequelle ist hier ein Argonplasma, das Temperaturen von fast 10 000 °C erreicht. Jedes chemische Element hat dabei eine charakteristische Strahlung, und wenn man sich nun die Bodenprobe anschaut, kann man die vorhandenen Emissionen mit den spezifischen Emissionen der Elemente vergleichen und dann Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe ziehen.

Wenn das jetzt ein bisschen komplex klingt, kannst du dir das auch anders vorstellen: Wenn du mittags in der Mensa Nahrung zu dir nimmst, erhöhst du dein Energielevel. Du nimmst dabei Energie in genau derselben Form wie deine Mitschüler*innen auf, weil es für euch alle in etwa dasselbe Essen gibt. Diese Energie wirst du dann im Laufe des weiteren Tages wieder los, indem du verschiedene Aktivitäten ausführst (Freunde, Sport, Hausaufgaben, etc.), bis du abends wieder ein niedriges Energielevel erreicht hast. Wie du den Nachmittag verbringst, ist dabei höchst individuell – obwohl du und deine Mitschüler*innen dasselbe Mittagessen (also dieselbe Energieaufnahme) hattet. So ist das auch mit der optischen Emission: jedem Element in der Probe wird durch das Argonplasma dieselbe Energie zugeführt, aber die Lichtfarben, die beim Absinken des Energielevels entstehen, sind für jedes Element charakteristisch.

März 2025

qPCR

Vorbereitete qPCR-Platte in der Maschine
Die Proben für die qPCR sind auf der kleinen weißen Platte im Volumen von jeweils 25 µL vorbereitet. Über 2 Stunden hinweg werden 40 Vervielfältigungszyklen durchlaufen.
Graphische qPCR-Daten, Fluoreszenz pro Zyklus
Graphisch sehen die Daten der qPCR-Maschine später so aus. Jede Probe entspricht einer Linie, und entsprechend steigt mit jedem Zyklus die DNA-Konzentration in den Proben.

Die für die Durchführung einer quantitativen PCR (qPCR) benötigten Standards haben wir im letzten Blogpost hergestellt. Jetzt stand die tatsächliche Durchführung der qPCR an: diese findet komplett innerhalb einer kleinen Maschine statt, die in schneller Abfolge die Temperatur der Proben zwischen 53 °C und 95 °C variiert. Das funktioniert ähnlich wie bei einer PCR, nur dass hier ein Farbstoff dazugegeben wird, der mit DNA fluoresziert: je mehr DNA-Stränge im Laufe der PCR also produziert werden, desto stärker wird die Fluoreszenz. Indem man jetzt Proben mit bekannter Konzentration an DNA (sogenannte Standards) mitlaufen lässt, kann man am Ende die Fluoreszenz vergleichen und auf die unbekannte Konzentration in der Bodenprobe rückschließen.

Februar 2025

Mehr Labor

Agarplatten mit E. coli im Blue-White-Screening
Agarplatten mit E.-coli-JM109-Kulturen im Blue-White-Screening. Dabei kann man erkennen, ob die Bakterien die eingebrachte DNA aufgenommen haben und jetzt damit wachsen und das Gen als zirkuläres Plasmid vervielfältigen. Ist eine Kultur weiß (also einer der Punkte auf der Platte), hat es funktioniert.

Wir wollen demnächst eine quantitative Bestimmung der Anzahl von methylotrophen Bakterien im Verhältnis zur Gesamtzahl an Bakterien durchführen (Methode: qPCR). Das machen wir, indem wir das für methylotrophe Bakterien spezifische xoxF-Gen ins Verhältnis zu dem in allen Bakterien präsenten 16S-Gen setzen.

Das funktioniert leider nicht so wie das Zählen von Äpfeln und Birnen, denn wir können die Genzahl nur indirekt bestimmen. Du kannst dir das wie bei einer alten Waage vorstellen: auf der einen Seite liegt ein Referenzgewicht, und auf der anderen Seite ein Gegenstand unbekannter Masse. Das unbekannte Gewicht lässt sich nun im Verhältnis zu Gewichten bekannter Masse bestimmen. Im Labor stellen wir anstatt von Referenzgewichten Proben mit bekannter enthaltener Genanzahl her, beispielsweise 10⁸, 10⁷, 10⁶, … Kopien von xoxF. Später können wir bei der qPCR dann bestimmen, wie viele Gene in unserer Probe enthalten sind.

Unsere „Referenzgewichte“, genannt Standards, haben wir diese Woche hergestellt. Dafür haben wir das Zielgen auf einem Vektor ins Bakterium E. coli eingebracht. Einen Vektor kannst du dir wie einen Fahrstuhl ins Innere der Zelle vorstellen, und E. coli JM109 ist ein Klonierstamm, das heißt, die Bakterien können DNA in Form eines Plasmids (kreisförmige DNA) vervielfältigen. Man kann diese dann zurückgewinnen, indem man die Bakterienhüllen aufbricht und die Plasmide daraus extrahiert – und dann Standards bekannter Konzentration machen.

Januar 2025

Sophie und Kora drehen Insta-Content

Fotoshooting für Social Media

Das gute Wetter am Wochenende haben Sophie und Kora ausgenutzt, um Bilder für unsere Social-Media-Auftritte zu generieren. Die starten nämlich bald – also stell sicher, dass du uns auch folgst! Unseren Insta-Account findest du in der Seitenleiste verlinkt.

Januar 2025

Die erste PCR

Agarosegel mit DNA-Banden
Hier siehst du, wie ein Agarosegel aussieht. © DaumannLab.
Belichten des beladenen Agarosegels
Kora belichtet das Agarosegel, in dem die PCR-Proben geladen sind. © DaumannLab.

Kora und Carl-Eric haben vergangene Woche die erste PCR (englisch: Polymerase Chain Reaction) im Labor gemacht. Dabei wird die DNA in den Bodenproben genommen, und spezifisch nur das xoxF-Gen vermehrt, das für das SEE-nutzende Enzym MDH codiert.

Wenn das PCR-Produkt in ein Agarosegel geladen wird und 45 min bei 80 V in einer Gelelektrophoresekammer unter Spannung liegt, teilt sich die DNA ihrer Größe nach in unterschiedliche Banden auf. Die Größe des xoxF-Gens ist bekannt, sodass wir die Banden dem Gen zuweisen können. Können wir nach der Belichtung eine dicke Bande der richtigen DNA-Größe im Agarosegel erkennen, wissen wir, dass in der Bodenprobe das xoxF-Gen enthalten war.

Im nächsten Schritt kann man die Anzahl an Bakterien mit xoxF-Gen dann auch quantifizieren – für uns steht das nächste Woche an. Wenn man im Gel dagegen nichts erkennt, kann man ausschließen, dass im Boden SEE-nutzende Bakterien lebten.

20. Januar 2025

Erste Analysen

DNA-Banden auf einem Agarosegel
Visualisierung von DNA auf einem Agarosegel. Die in den Bodenproben 1–4 enthaltene DNA ist als dicke Bande bei > 20 000 Basenpaaren (bp) zu erkennen. © DaumannLab.

Die in der Winterpause gesammelten Proben sind bereit für erste Analysen. Dabei hat Kora in einem mehrschrittigen Prozess die Bodenproben erst sehr klein zermörsert, sodass die darin enthaltenen Zellen aufbrechen und die DNA freigeben. Dann hat sie die DNA aus dem Boden extrahiert und in einem Agarosegel per Gelelektrophorese sichtbar gemacht.

Nächste Woche wird sie dann eine PCR (englisch: Polymerase Chain Reaction) laufen lassen. Bei einer PCR kann man Gene, die auf der DNA codiert sind, vervielfältigen.

Dezember 2024

Kick-off-Meeting

Probenentnahmelöcher im Boden mit Spritze
Probenentnahme am Volksgarten. © DaumannLab.
Probenröhrchen im Labor
Die Proben werden im Labor in „Falcons“ aufbewahrt. © DaumannLab.

Am vorletzten Mittwoch im Dezember hatten wir unser erstes Projektmeeting. Dabei haben wir erstmal organisatorische Details und Fragestellungen besprochen: Wie gestalten wir unsere mediale Präsenz? Wie können wir die Motivation und die Lernkurve von Teilnehmenden beobachten? Welche Probenaufbereitungsschritte brauchen wir für die Proben im Labor?

Um Schritt für Schritt festen Fuß im Projekt zu fassen, haben wir beschlossen, über die Winterpause selbst Proben zu nehmen und diese dann im Labor zu analysieren. Auf den Fotos oben sieht man eine Probennahme im Volksgarten in Düsseldorf, und wie die Proben danach bei uns aussehen.